Erfahrungsbericht 2
Erfahrungsbericht 1

Dank an Schutzbär Bulli!

Unser Sohn ging nach einigen Anfangsschwierigkeiten gern in den Kindergarten.

Nur im letzten Kindergartenjahr wurde er plötzlich von seinen Freunden ausgeschlossen, was ihn sehr verletzt hat und er auch nicht mehr ganz überwinden konnte.

Drei Monate vor seiner Einschulung wurde von einer vertretenden Erzieherin der Verdacht geäußert, dass Kinder im Kindergarten von ihrem Erzieherkollegen missbraucht wurden.

Wir hatten die Möglichkeit uns von Herrn Heibel über das Thema aufklären zu lassen und ich nahm das Ausmalheft von Schutzbär Bulli mit (1.Teil des Buches).

In einem telefonischen Beratungsgespräch bestätigte uns eine Kinder- und Jugendpsychologin dass wir sexuellen Missbrauch behutsam mit unserem Kind thematisieren können. Ganz wichtig sei es, dass wir unserem Sohn klarmachen, dass ein Kind nie die Schuld dafür trägt, sondern ausschließlich der Erwachsene. Weiterhin sollten wir das Kind auf keinen Fall direkt ansprechen und ihm nach dem Thematisieren Zeit lassen.

Wir hielten uns daran.

Nach dem ersten vorlesen von Schutzbär Bulli setzte sich unser Sohn nur hin und malte ganz intensiv die Bilder im Heft aus. Erst nach dem dritten mal vorlesen, es waren inzwischen sechs Wochen vergangen, begann unser Sohn ganz vorsichtig zu erzählen. Er berichtete zuerst so, als ob es sich um eine andere Person handeln würde. Nachdem er merkte, dass wir ihm glaubten und aushalten konnten was er uns erzählte, wurde er allmählich deutlicher.

Wir hakten nur ganz vorsichtig nach, wenn wir etwas nicht verstanden hatten, ohne dabei Suggestivfragen zu stellen.

Daraufhin sprachen wir mit unserem Sohn darüber, dass wir auch mit der Polizei darüber reden sollten, damit der Täter nicht noch mehr Kinder missbrauchen kann.

Es fiel ihm schwer, da der Täter ihn mit der Drohung: “Wenn du etwas davon erzählst, muss ich ins Gefängnis.“, zum Schweigen gebracht hatte.

Aber mit Hilfe von Schutzbär Bulli, den er im Kleinformat mit zu seiner Aussage bei der Polizei nahm, konnte er seine Aussage machen. Er konnte sogar weiterreichende, sehr detaillierte Angaben machen, die er uns noch nicht anvertraut hatte. Nach seiner Aussage lag der Tatbestand des schweren sexuellen Missbrauchs vor.

Uns Eltern war eine große Hilfe, dass uns Herr Heibel rund um die Uhr mit Rat und Tat zur Seite stand.

Als dann das Strafverfahren eröffnet wurde, lasen wir unserem Sohn dann auch den 2.Teil von Schutzbär Bulli vor. So konnten wir ihn aktiv auf alles was ihm und uns bevorstand vorbereiten.

Glücklicherweise gab der Täter die Tat zu, so dass unser Sohn vor Gericht nicht mehr aussagen musste.

Herr Heibel begleitete uns dann zum Prozess und der Täter bekam eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren.

Leider ging der Täter in Revision und wir mussten noch einmal ein halbes Jahr zittern bis die Revision abgelehnt war. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Unser Sohn, wie auch die ganze Familie, leiden weiterhin unter den schweren Folgen des Missbrauchs. Unser Vertrauen und das Urvertrauen unseres Kindes anderen Menschen gegenüber, ist dadurch grundlegend zerstört worden.

Wir können allen Eltern nur raten, ihre Kinder über sexuellen Missbrauch aufzuklären, sind sie auch noch so klein. Die Täter schleichen sich gut getarnt an unsere Kinder heran und sie rechtzeitig zu durchschauen, ist sehr schwer. Es sind nicht, wie wir früher dachten, Fremde sondern in der Regel Familienangehörige, unsere Freunde oder Betreuer unserer Kinder. Die einzige Chance die wir haben ist uns über die Vorgehensweise der Täter zu informieren, unsere Kinder im NEIN sagen stärken und sie über das Thema aufzuklären. Jedes tabuisieren hilft nur den Tätern nicht aber unseren Kindern. Außerdem können wir alle Eltern nur ermutigen Missbrauch anzuzeigen. Wir sind das uns, unseren Kindern und allen späteren Opfern des Täters schuldig. Keiner dieser Täter hat nur ein einziges Opfer. Es gibt bei solchen Taten keine Ausrutscher alle diese Täter haben ihre Taten von langer Hand geplant. Sie haben das ganze Umfeld manipuliert und belogen und haben sich ganz bewusst für ihre Taten entschieden.      

Kirsten R.